IGEL – eine weitere Schnapsidee

Seit 2009 Fordern Deutsche Zeitungsverleger ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Ende 2011 gab es sogar ein Statement von Angela Merkel dazu. Ende 2011 sagte sie auf einem Zeitungskongress des BDZV folgendes zu dem Thema:
„Verlegerische Leistungen kosten Zeit und Geld. Deswegen kann ich auch gut verstehen, dass ein Leistungsschutzrecht für Verleger gefordert wird. Deshalb arbeitet die Bundesregierung derzeit an einem Gesetzentwurf, der das Urheberrecht weiter an die Anforderungen einer modernen Informationsgesellschaft anpassen soll. Wir haben es nicht vergessen; es wird vorangetrieben. Wir streben eine ausgewogene Regelung an, die den berechtigten Interessen aller Beteiligten Rechnung trägt.“

Doch was Fordern die Zeitungsverleger eigentlich?
Eigentlich möchten Sie ähnliche Rechte wie die Gema. Es geht darum, dass Leute die kostenlose Onlineartikel kommerziell nutzen zur Kasse gebeten werden. Als Beispiel verwenden die Verleger die Googlenews Seite, welche alle möglichen Pressemitteilungen sammelt und verlinkt.

Dabei wird sich nun jeder der Googlenews kennt wundern, was das soll. Schließlich kopiert Googlenews nicht einfach irgendwelche Texte. Es wird lediglich auf die freiwillig zur Verfügung gestellten Artikel verlinkt. Sprich die Seiten werden eigentlich nur Promotet. Sprich wer sich für die Nachricht interessiert klickt auf die Seite und der Betreiber verdient Geld mit der geschalteten Werbung auf seiner Seite.
Was den Verlegern jedoch auch gegen den Strich geht ist, dass Google kurze Zusammenfassungen der Artikel zur Verfügung stellt. Diese sogenannten „Snippets“ sollen daher am besten auch Vergütet werden. Schließlich handelt es sich bei Textbausteinen ja auch um geistiges Eigentum.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle erneut erwähnen, dass die Verleger nicht gezwungen werden Ihre Angebote kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Artikel werden schließlich durch das deutsche Urheberrecht geschützt. Selbst die Snippets werden in der Regel vom Seitenersteller selbst erstellt. Sogar das verlinken von Google kann man sperren lassen!

Da Frage ich mich persönlich natürlich wo ist das Problem? Wenn ich mich als Urheber von Onlineartikel ausgenutzt fühle, kann ich das Angebot doch einfach einschränken. Niemand zwingt mich dazu Artikel Online zu stellen, oder ein Vergütungsmodell auf meiner Seite einzuführen. Hier wird jedoch wieder eine Mentalität vieler Deutlich, welche jeglichen Vorteil mitnehmen wollen (in diesem Falle die „Laufkundschaft“ bzw die kostenlose Werbung) aber auf sämtliche Nachteile verzichten wollen (Hier ist wieder die Rede von Milliarden Gewinnen, die gemacht werden könnten – Milliarden Gewinne? Wie kann ich mit einem kostenlosen Angebot bitte Gewinn machen?)
Viel mehr geht es wohl wieder darum aus Scheiße Gold zu machen. Übrigens müsste ich für diesen Satz nach IGEL auch Geld bezahlen. Schließlich handelt es sich dabei um einen Snippet 😉 Oh wait sind snippets letztendlich nicht so etwas wie Zitate? Oder will man da ein Copyright auf Sätze einführen?

Naja wir werden sehen. Zwar heißt es im Koalitionsvertrag „Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt werden als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.“  Aber auf Wahlversprechen sollte man ja in der Regel eh nicht all zu viel geben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_für_Presseverleger

http://leistungsschutzrecht.info/hintergrund